Aufmerksamkeit für die kleinen, wertvollen Momente

Urban Sketching am Strandbad Oro Mannheim

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Jessica Hedrich - Jess H. Studio

8/15/20263 min read

Tische Zeichnung vom Strandbad Oro in Mannheim
Tische Zeichnung vom Strandbad Oro in Mannheim

Partielle Sonnenfinsternis und Skizzenbuch

Der Wasserstand des Neckars ist so niedrig wie noch nie. Die Sonne brennt auch um 18 Uhr noch auf die Haut, deshalb sind die reichlich schattigen Plätze, die es gibt, dank der großen Trauerweiden und anderen Laubbäume sehr beliebt.

Der Strand vor dem Eiscafé/Pizzeria Strandbad Oro, in Mannheim, füllt sich zunehmend mehr mit Menschen, die sich gesellig zusammenfinden und die Stühle und Tische beliebig platzieren, meist im Schatten. Dass jeder die Tische und Stühle individuell platzieren darf, ist eine Besonderheit, die sofort eine lockere Atmosphäre schafft. Es entsteht ein optisches Durcheinander, Abwechslung, ständige Veränderung.

Neben Aperol, Prosecco und Bier wird der abendliche Hunger mit Pizza und Salat befriedigt. Mediterrane Stimmung pur. Das Essen kann man sich direkt am Oro bestellen. Sobald die Mahlzeit abholbereit ist, wird durch einen Lautsprecher die Nummer der Bestellung ausgerufen: Nummer 83, Nummer 84, Nummer 85, Nummer 86. Es klingt fast wie auf einem Bahngleis, kratzig und etwas nuschelig.

Das Strandbad Oro befindet sich direkt neben dem Campingplatz, Hunde sind hier nicht erlaubt, ebenso wie Fahrradfahren.

Ich bin zum 1. Mal hier und schaue mich erst mal um, auf der Suche nach einem Platz, der mich am meisten inspiriert. Den finde ich auch recht schnell. Die Trauerweide umrahmt den Blick und ein gegenüberliegender Walnussbaum, sie bilden eine Art Portal und rahmen alles schön ein.

Mein Interesse weckt nach den Bäumen, die die Szene einrahmen, der große Sonnenschirm und das ziemlich nah in meinem Blickfeld sitzende Paar, das sich den Tisch auch in den von der Trauerweide geworfenen Schatten gestellt hat.

Ich lasse mich hier nieder, mit den anderen Zeichnern aus Sketch im Quadrat. Die Sonne scheint uns hier kaum zu berühren, die Trauerweide bietet uns an diesem heißen Sommerabend besten Schutz.

Ich fange mit meinem Fluchtpunkt an, zeichne mit meinem Füllhalter auf Aquarellpapier, aus reiner Baumwolle. Dann folgt die Skizze des am Tisch sitzenden Paares, das Gebäude auf der linken Seite und dann die vielen anderen Menschen, die sich hinter dem Paar befinden. Je mehr die Details in die Ferne rücken, desto weniger detailliert zeichne ich sie.

Sie trinken und essen gemütlich, obwohl Hunde hier nicht erlaubt sind, bringen doch einige ihren Hund mit an den Rand des Geschehens. Auch wenn das Paar keinen Hund hat, muss der Labrador, der nicht weit von ihnen entfernt nah bei seinen Besitzern neben der Picknickdecke liegt, mit auf meine Skizze, weil er dem Bild Leben gibt und die Szene besser beschreibt.

Nebenbei halte ich die Szenerie schriftlich in meinem Journal fest, auch mit einer großen Skizze, die ich zu Beginn auf der gegenüberliegenden Seite angefertigt habe. Auf einer weiteren Seite sammle ich Sprüche, die wir in der Runde immer wieder von den umliegenden Menschen aufschnappen.

Nach längerer Beobachtung der Szene fällt mir immer wieder auf, wie sich durch die ständige Veränderung der Sitzmöglichkeiten die Szene immer wieder verändert, was ziemlich interessant zu beobachten ist. Geschätzt sind hier über 1000 Menschen.

Ich beobachte mehrmals kurz die Sonnenfinsternis, dabei fasziniert mich besonders die Spiegelung der Sonne auf dem Wasser. Denn durch die Brille sieht man nur das Sonnenlicht. Es scheint Apricot-Orange und die Spiegelung zeigt das wellenartige Licht, es wirkt wie eine mysteriöse Welt auf mich. Je mehr der Mond an der Sonne vorbeiwandert, sieht man die Schatten der Bäume und Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite durch die Brille.

Ich widme mich wieder dem Zeichnen, genieße aber auch diesen besonderen Moment, der ohne Brille nur wenig Unterschied zu machen scheint, zumindest optisch. Denn was den Andrang und die Atmosphäre betrifft, merke ich, sie ist besonders. Faszination liegt in der Luft.

Ich habe meine Aquarellfarben vergessen, weshalb ich mir für meine Skizze in Tusche Zeit nehme. Das ist hier gerade Entschleunigung pur. Ich werde die Skizze also in meinem Studio kolorieren.

Bis zum nächsten Mal.

Sonnige Grüße

XO Jess

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hi@jessh.studio

Illustration of a woman in a polka dot jumpsuit carrying a giant white envelope mail icon.
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